Philosophisch-historische Fakultät

Evaluation der Lehre

Studienprogrammevaluation

Die Evaluation von Studienprogrammen dient der ganzheitlichen Überprüfung der Curricula an den Instituten. Ziel der Evaluationen ist die Gewährleistung des hohen Qualitätsniveaus der Studiengänge an der Phil.-hist. Fakultät. Die Verantwortung für die Umsetzung der Evaluationen liegt beim Dekan/bei der Dekanin der Fakultät, kann jedoch an geeignete Organe delegiert werden (z.B. an eine Evaluationskommission).

Am Anfang des Evaluationsverfahrens steht ein Selbstevaluationsbericht, der auf dem Leitfaden zur Studienprogrammevaluation (vom 13.11.2015) basiert. Zur Erstellung des Berichts werden verschiedene Personengruppen (Dozierenden, Studierende, externe GutachterInnen,...) miteinbezogen und mittels geeigneter Methoden Informationen beschaffen und analysiert.

Aktuell wird die Evaluation der Studienprogramme in den Religionswissenschaften durchgeführt. Für das Jahr 2018 sind eine Studienprogrammevaluation für die Theaterwissenschaften geplant. Informationen zu den abgeschlossenen Studienprogrammevaluationen befinden sich untenstehend und im Archiv der Studienprogrammevaluation.

Ziel der Evaluation war es zu prüfen, inwieweit sich die im Zuge der Bologna-Reform für das Bachelor- und Masterstudium teilweise beibehaltenen und teilweise veränderten Strukturen der Studienprogramme des Lizenziatsstudiums bewährt haben. Die Evaluation erfolgte im Nachgang zu mehreren Diskussionen zur Zukunft der Islamwissenschaft und der Middle Eastern Studies im Rahmen von Forschungskolloquien. Die daraus gewonnen Erkenntnisse und Fragen fanden Eingang in die Umfrage unter den Studierenden. Daneben wurden für die Evaluation der aktuelle Studienplan sowie statistische Daten einbezogen. Die Evaluation wurde im September 2017 abgeschlossen; das Fakultätskollegium hat den Bericht, der die Ergebnisse zu Qualität der Lehre, gesellschaftliche Relevanz und Entwicklungsfähigkeit der Studienprogramme präsentiert, am 30.10.2017 zu Handen der Fakultät verabschiedet.

Sowohl das Bachelor- als auch das Masterstudium am IINOP wurden in der Umfrage unter den Studierenden sehr gut bewertet. Dennoch konnte in einzelnen Punkten Änderungsbedarf ermittelt werden, und die daraus gezogenen Schlüsse weisen auf mögliche Aspekte einer Teilrevision der Studienprogramme hin. Diese Revision soll dem Berner Institut ein klares Profil mit deutlich markierten Schwerpunkten verschaffen, um es gegenüber den anderen Schweizer Instituten hervorzuheben. Damit einhergehend soll die Attraktivität des IINOP für Bachelor-Studierende weiter gesteigert werden. Ihr Anteil war zwischen 2011 und 2015 allmählich gesunken, ist aber seit dem HS16 wieder auf einem hohen Stand. Die Zahl der Masterstudierenden zeigt sich stabil.

Die Evaluation hat deutlich gezeigt, dass die Studierenden im Bachelor- wie im Masterstudium eine Stärkung der Sprech- und Hörkompetenzen in den angebotenen Sprachen wünschen. Da das Usbekische nicht mehr nachgefragt wird, soll die durch die Aufgabe des Usbekisch-Unterrichts frei werdende Lehrkapazität zugunsten der anderen Sprachen und der Fachausbildung eingesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit zur Freisetzung von Ressourcen zugunsten des Sprachunterrichts ist die Zusammenlegung der zwei allgemeinen Tutorien, die sowohl von Studierenden als auch von Dozierenden als redundant erachtet werden. Deutlich ausgebaut werden sollen die Kontakte des IINOP zu Intensivsprachkursen in den entsprechenden Regionen wie auch an Universitäten und akkreditierten Ausbildungsstätten im übrigen Ausland. Konkret plant das IINOP für das FS2018 eine stärkere Verschränkung von Sprach- und Fachunterricht sowie die Angleichung der dafür vergebenen ECTS-Punkte entsprechend der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden. Ausserdem werden eine Abstufung der Bachelorseminare (Arabisch) entsprechend der Sprachkompetenz der Studierenden sowie eine schärfere Konturierung der methodischen Übungen angestrebt.

Das Lehrangebot am IINOP ist bisher in vier Schwerpunkte eingeteilt: SP 1: Islamische Religions- und Wissenschaftsgeschichte; SP 2: Geschichte der islamischen Welt, Kulturgeschichte; SP 3: Sozialwissenschaft und Anthropologie; SP 4: Literatur und Sprachwissenschaft. Diesen Schwerpunkten zugeordnet sind die Lehrveranstaltungen, was den Studierenden erlaubt, das Studium thematisch zu strukturieren. Der Freiraum eines individuellen Studienprofils birgt natürlich auch Schwierigkeiten, beispielsweise durch eine unscharfe Schwerpunktzuordnung einzelner Veranstaltungen oder ungenügende systematische Abdeckung einzelner Themen. Die Evaluation hat gezeigt, dass die Schwerpunkte für MA-Studierende deutlich sind, für BA-Minor-Studierende hingegen zu wenig ersichtlich scheinen. Ausserdem hat die Evaluation ergeben, dass das Interesse an SP 1 und insbesondere an SP 4 verhältnismässig schwächer ist. Als Konsequenz daraus erwägt das IINOP die in SP 4 vertretenen Disziplinen Literatur- und Sprachwissenschaft nicht länger als Schwerpunkt fortzuführen, zumal sie auf professoraler Ebene in methodisch-systematischer Hinsicht kaum mehr vertreten werden können. Literarische Texte und aktuelle literaturwissenschaftliche Studien werden in den anderen Schwerpunkten aber selbstredend weiterhin berücksichtigt. Auf der Grundlage der Evaluation wird daher eine leicht veränderte Fortführung der ersten drei der bisher insgesamt vier Studienschwerpunkte geplant.

Die Ausrichtung der Studienschwerpunkte im Einzelnen hängt teilweise von der Neubesetzung der Professur von Prof. Dr. Reinhard Schulze ab. Daher soll über Anpassungen des Studienplans erst nach der Wiederbesetzung der Professur entschieden werden. Die Ausschreibung für diese Professur hat sich bereits an den Evaluationen und den Erfahrungen der Dozierenden orientiert.

Die Evaluation der Studienprogramme des Historischen Instituts basiert auf einem längerfristigen Prozess, der zwischen 2012 und 2017 stattfand. Sie hat insbesondere die Qualität der Lehre und die Entwicklungsfähigkeit der Studienprogramme zum Thema. Eine von der Fakultät durchgeführte Befragung der Masterstudierenden (2012), statistische Daten und Kennzahlen und sowie eine 2014 und 2015 vom Historischen Institut durchgeführte vergleichende Analyse der Studienprogramme in Geschichte an deutschsprachigen Universitäten in der Schweiz bilden die Grundlage des Berichts.

Der Vergleich mit anderen Historischen Instituten der Deutschschweiz zeigt, dass eine Stärke des Berner Instituts in der Gliederung des Bachelorstudiums in nur zwei Zeitbereiche (Geschichte vor und Geschichte nach 1800) liegt. Dies erlaubt Studierenden bereits im Bachelor eine selbstgewählte Konzentration auf bestimmte Bereiche und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, in allen Epochen und Themenfeldern Veranstaltungen zu belegen. Allerdings ist damit eine breite Ausbildung in allen wichtigen Epochen nicht vollumfänglich gewährleistet. Das Historische Institut in Bern legt auch vergleichsweise grosses Gewicht auf das Selbststudium, weshalb die Veranstaltungen eher hoch kreditiert werden – mit Ausnahme der BA-Arbeit. Besonders ist zudem, dass die Seminararbeiten separat und nicht im Rahmen einer Veranstaltung kreditiert werden. Charakteristisch ist ebenfalls das Konzept der Literaturliste.

Das Berner Historische Institut hat auf der Basis der Evaluationsergebnisse diverse Massnahmen beschlossen, die teilweise bereits umgesetzt wurden: Hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Leistungen und Kreditierung mit ECTS-Punkten hat es sich vorerst gegen eine Veränderung bei den Kreditierungen und für eine Erhöhung und Angleichung bei den Anforderungen in verschiedenen Veranstaltungen entschieden. Die Dozierenden wurden 2015 aufgefordert, entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Namentlich ist dazu Sorge zu tragen, dass der tatsächliche Arbeitsaufwand den ECTS-Punkten entspricht. Dabei lag das besondere Augenmerk auf den Seminaren, wo in jedem Fall sowohl schriftliche als auch mündliche Leistungen zu erbringen seien. Dies führt dazu, dass mehr schriftliche Leistungen erbracht werden müssen. Das Institut möchte sowohl an der Einteilung vor 1800/nach 1800 festhalten als auch weiter ein Schwergewicht auf das Selbststudium legen, besonders mittels Literaturlistenprüfungen – teilweise im Unterschied zu anderen Historischen Instituten.

Im Hinblick auf einen Rückgang der Bachelorstudierendenzahlen hat das Institut die Darstellung seines Profils verbessert. Es wirbt nun mit der Breite seines Angebots und mit dem Schwerpunkt auf transnationale Geschichte im weiteren Sinne. In diesem Zusammenhang wurde die Webseite 2015-2016 umfassend neugestaltet. Der Information des Studierenden dient die ILIAS-Plattform „Forum Geschichte“. Die interne Kommunikation konnte durch den Einzug vormals extern untergebrachter Teile des Instituts in die Unitobler verbessert werden. Im Bereich der Studienverwaltung und Studienberatung hat das Institut in den letzten Jahren noch stärker als bisher auf eine Bündelung der Aufgaben gesetzt. Institutspolitisch wurde das Direktorium des Historischen Instituts demokratisiert und alle Stände sind nun vertreten. Somit sind dessen Entscheidungen besser abgestützt und es ist möglich, schneller auf Wünsche und Veränderungen einzugehen.

Hinsichtlich des Lehrangebots profitierte das Historische Institut von zusätzlichen Mitteln der Universitätsleitung zur Verbesserung der Betreuungsverhältnisse. Damit wurde unter anderem eine befristete Dozentur für Migrationsgeschichte eingerichtet, die das Profil des Berner Instituts hinsichtlich transnationaler Geschichte geschärft hat. Zudem konnten durch die Einrichtung zweier befristeter Postdoc-Stellen zusätzliche Veranstaltungen mit hoher Anbindung an die aktuelle Forschung angeboten werden. Im Evaluationszeitraum kam es ausserdem zur Entfristung bestimmter Stellen bzw. festen Zuweisung von Punkten und damit einhergehend zur Stabilisierung des Lehrangebots. Durch die Angliederung mehrerer SNF-Professuren wuchs die Zahl der angebotenen Lehrveranstaltungen zusätzlich. Insbesondere die Anzahl der Seminare konnte erhöht werden. Die beschränkte Platzzahl in den Seminaren und die damit verbundene vorsorgliche Mehrfacheinschreibung einiger Studierender ist jedoch weiterhin ein Problem. Die Kurse sind dadurch innert kürzester Zeit ausgebucht.

Was die lange Studiendauer im Bachelor angeht, hat das Institut mehrere Massnahmen ergriffen. Angesetzt wird bei der Beschleunigung schriftlicher Arbeiten: 2016-2017 wurde das nicht als einzelne Lehrveranstaltung umgesetzte Propädeutikum neu gefasst, wodurch Studierende früher als zuvor vor der Notwendigkeit stehen, ihre Proseminararbeiten zu schreiben (vgl. Revision des Studienplans vom 23. Mai 2016, ab August 2016 in Kraft). Bezüglich der Bachelorarbeiten wurden Regeln für einen engeren Kontakt zwischen Betreuungspersonen und Studierenden festgelegt, der über die obligatorische Festlegung eines Zeitplans sowie mehrere Besprechungstermine sichergestellt werden soll.

Das Historische Institut versteht Qualitätssicherungsmassnahmen als kontinuierlichen Prozess. Für das Jahr 2018 plant das Institut eine Umfrage unter den Bachelor- und Masterstudierenden zur Zufriedenheit mit dem Studium sowie zur Umsetzung des Propädeutikums.

Zehn Jahre nach ihrer Einführung in der aktuellen Form wurden die beiden Studienprogramme, die am Institut für Italienische Sprache und Literatur angeboten werden, evaluiert. Dabei handelt es sich um einen Bachelor sowie einen Master mit je einer Spezialisierungsmöglichkeit in Sprach- bzw. in Literaturwissenschaft. Für die Evaluation wurden Daten einer im HS 2015 durchgeführten Online-Befragung der Studierenden verwendet; ausserdem wurden statistische Kennzahlen und der bestehende Studienplan berücksichtigt.

Im Evaluationsbericht wird das einzigartige Profil des Berner Instituts hervorgehoben: Der Schwerpunkt liegt auf dem Italienischen in der Schweiz (z.B. als Landessprache, aber auch als Sprache vieler Personen, die immigriert sind). In diesem Kontext entstanden u.a. die Zusammenarbeiten der sprachwissenschaftlichen Abteilung mit dem Center for the Studies of Language and Society und der literaturwissenschaftlichen Abteilung mit dem Center for Global Studies. Die Italianistik in Bern bietet den Studierenden ein Studienprogramm, das stark an der Forschung orientiert ist. Das Studienangebot wurde von den befragten Studierenden vorwiegend positiv bewertet ebenso wie das bestehende Betreuungsangebot. Die Kommunikation wird von der Evaluationskommission als gelungen betrachtet. Dem Institut komme hier seine geringe Grösse zugute – entsprechend existierten neben den offiziellen auch genügend „informelle“ Informationskanäle in Form des direkten Austauschs mit den Dozierenden und Mitarbeitenden des Instituts. Als Herausforderung wird das hohe geforderte Sprachniveau der Studierenden genannt. Daneben wird von den Studierenden eine differenzierte Unterscheidung von Bachelor- und Masterveranstaltungen im Lehrangebot gewünscht.

Der Evaluationsbericht schlägt Massnahmen vor, welche den diagnostizierten Schwächen abhelfen sollen und teilweise in einem verbesserten Studienplan umgesetzt werden sollen. Die wichtigsten Massnahmen und Ziele umfassen eine differenziertere Formulierung von Lernzielen, eine Reduktion der Prüfungen durch modulartige und dafür umfangreichere schriftliche Leistungsnachweise, eine bessere Abgrenzung zwischen Bachelor- und Masterstufe und eine gezielte Förderung überfachlicher Kompetenzen sowie des Selbststudiums. Zusätzlich sollen mehr Werbemassnahmen potentiell interessierte Studierende auf das Berner Institut aufmerksam machen und letztlich der Anhebung der Studierendenanzahl dienen.

Das Institut für Englische Sprachen und Literaturen führte als Grundlage einer Revision des Studienplans von 2010 eine Evaluation seiner Bachelor- und Master-Studienprogramme durch. Die Auswertung basiert auf einer Befragung von Bachelor- unter Masterstudierenden bezüglich des Bachelorprogramms. Diese Umfrage wurde im FS2016 durchgeführt. Teilgenommen haben 135 BA-Studierende (das entspricht einer Rücklaufquote von 30,6%) und 34 MA-Studierende (das entspricht einer Rücklaufquote von 20,7%). Ebenfalls berücksichtigte die Evaluation die Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluationen, Informationen aus Institutskonferenzen und der Retraite vom Mai 2016, die AbsolventInnenbefragung des Bundesamts für Statistik (BfS) von 2013 und die statistischen Daten und Auswertungen des Stabs der Universität Bern.

Aus diesen Daten, die das Lehrangebot am Department of English grundsätzlich sehr positiv beschreiben, setzte das Institut gezielte Anpassungen des Studienplans zur Optimierung seiner Lehre fest. Die beschlossenen Massnahmen beinhalten beispielsweise eine Harmonisierung und grössere Transparenz bei der Kommunikation der Leistungsanforderungen, umgestaltete Studienprogramme zwecks Flexibilisierung der Studienplanung und Verkleinerung der Anzahl Teilnehmenden pro Seminar, und eine Vereinheitlichung der Abläufe und Richtlinien für die Bachelor- und Master-Arbeiten. Der revidierte Studienplan wurde am 12. Dezember 2016 von der Fakultät verabschiedet.

Ausschlaggebend für die Überarbeitung des Studienplans Sprachwissenschaft waren die Ergebnisse einer von der Fachschaft im Dezember 2014 und Januar 2015 durchgeführten Online-Befragung der Studierenden. Die im Mai 2015 am Institut für Sprachwissenschaft diskutierten Ergebnisse bewogen die beiden Professoren dazu, den Studienplan hinsichtlich Studieninhalt, Verteilung von ECTS- Punkten, schriftlichen Arbeiten sowie Ressourcen (z.B. für Sprachkurse) weiterzuentwickeln. Neben der Studierendenbefragung wurden für die Evaluation der Studienplan von 2010 sowie statistische Daten und Kennzahlen verwendet. Beurteilt wurden die Qualität der Lehre sowie die gesellschaftliche Relevanz und die Entwicklungsfähigkeit der Studienprogramme.

Herausgehoben wird die für die Schweiz einmalige Kombination von Historischer und Allgemeiner Linguistik. Die scharfe Trennung der beiden Richtungen der Linguistik im Studienplan entspräche jedoch nicht der aktuellen Entwicklung des Fachs und der Strukturierung mit Schwerpunkten. Die Grundstruktur des Studiums auf Bachelor- und auf Masterstufe soll daher angepasst werden. Eine klarere Ausrichtung der Lehrveranstaltungen in thematische, empirische, systematische und theoretische Veranstaltungen und der bessere Austausch zwischen den Lehrstühlen sind Massnahmen zur Erhöhung der Qualität der Studienprogramme. Dazu gehören beispielsweise auch die Vereinheitlichung von Richtlinien zu schriftlichen Arbeiten und anderen Leistungsnachweisen, die einheitliche Kommunikation der Leistungsanforderungen, Terminen und Fristen oder die Möglichkeiten, thematisch überschneidende Veranstaltungen für beide Schwerpunkte anzurechnen. Der revidierte Studienplan wurde am 26. März 2018 von der Fakultät verabschiedet.